LPT 2026 – A011
Antragsteller: LFA Verkehr, Carsten Seelmeyer, Jürgen Plappert
Das Asset „Airport Kassel Calden“ endlich effizient nutzen – Defizite abbauen und neue Standortstrategie erarbeiten
Mit dem Flughafen Kassel-Calden besitzt die Region eine wertvolle und zukunftsweisende Infrastruktur im Bereich Aviation und Technologie, welche allerdings nie erfolgreich entwickelt und positioniert werden konnte.
Daher ist eine Neuausrichtung des Standorts zwingend erforderlich. Die vorhandene Infrastruktur des Flughafens Kassel-Calden kann und muss zukunftsfähig gemacht werden.
Die FDP Hessen möge beschließen und fordert demnach:
- Die Landesregierung wird beauftragt, ein neues Nutzungskonzept für den Standort Kassel-Calden vorzulegen. Dieses Konzept soll den Flughafen vorrangig als Gewerbe-, Forschungs-, Entwicklungs-, Sicherheits- und Zukunftsluftfahrtstandort für Nordhessen ausrichten.
- Das neue Nutzungskonzept muss insbesondere die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen aus Luftfahrttechnik, Drohnen, Robotik, Sensorik, Energie, IT, Speziallogistik sowie Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft in den Mittelpunkt stellen.
- Die Landesregierung wird aufgefordert, die Eignung des Standorts für Hubschrauberbetrieb, Drohnenanwendungen, Drohnenabwehr, Zivilschutz, Katastrophenschutz, medizinische Sonderflüge und sicherheitsrelevante Trainings-
und Logistiknutzungen systematisch zu prüfen und geeignete Partner aus Bund, Land, Kommunen, Sicherheitsbehörden, Wirtschaft und Forschung einzubinden. - Die Landesregierung soll insbesondere ausloten, ob und in welcher Form der Flughafen Kassel-Calden als Standort-, Ausweich- oder Kooperationsoption für die Bundeswehr und für militärische Logistik, Übungen, Verlege Fähigkeit,
Hubschrauberoperationen oder Drohnenabwehr geeignet ist. - Der Kassel Airport hat sich als klassischer Passagierflughafen nicht bewährt. Der bisherige Schwerpunkt auf Passagier- und Ferienflugverkehr ist deshalb einzustellen. Passagierverbindungen dürfen künftig nicht mehr Leitbild des Standorts sein. Der touristische Flugverkehr ist einzustellen.
- Die dauerhaften Defizite des Kassel Airport sind mittelfristig deutlich abzubauen. Die Landesregierung wird aufgefordert, hierfür verbindliche finanzielle Zielmarken, ein transparentes Controlling und eine getrennte Darstellung von kommerziellem Betrieb, Gemeinwohlaufgaben und Standortentwicklung vorzulegen.
- Ziel ist eine neue Standortstrategie „Nordhessen als Raum für Sicherheits-, Verteidigungs- und Zukunftsluftfahrtwirtschaft“. Der Flughafen Kassel-Calden soll dabei nicht länger als defizitärer Passagierflughafen, sondern als Baustein für Wertschöpfung, Resilienz, Forschung, militärische Handlungsfähigkeit und qualifizierte Arbeitsplätze in Nordhessen entwickelt werden. Mit dem von der TU Darmstadt geplanten Projekt eines Drohnenkompetenzzentrum würde die Neuorientierung bereits ein erstes richtiges und zukunftsweisendes
Signal erfahren!
