Beste Bildung und Chancengerechtigkeit für Hessens Schülerinnen und Schüler – Vertrauen in die Schulen und unsere Lehrerinnen und Lehrer

Weltbeste BildungBeschlossen durch: Landesparteitag Hofheim am 18.11.201720. Februar 2018

Gute Bildung ist die beste Voraussetzung für Bewahrung der Freiheit, soziale Sicherheit und gelingende Integration. Deshalb steht für uns Freie Demokraten Chancengerechtigkeit im Brennpunkt freiheitlicher und zukunftsfähiger Bildungspolitik. Wir wollen für jedes Kind das bestmögliche Bildungsangebot.

Chancengerechtigkeit heißt nicht Gleichmacherei und Einheitsschule. Echte Wahlfreiheit bedeutet, dass Eltern auch eine echte Wahl haben und die für ihr Kind beste Schule auswählen können. Deshalb brauchen wir eine bessere und gerechtere Ausstattung aller Schulen in räumlicher, sächlicher und personeller Hinsicht. Wir sind der Überzeugung, dass Schülerinnen, Schüler und Eltern sehr gut die Qualität des Schulangebots beurteilen können und verantwortungsbewusst den richtigen Bildungsweg auswählen. Bevormundung durch politische Vorgaben lehnen wir ab. Für uns hat jede Schulart ihre Berechtigung, solange sie über eine sinnvolle Mindestgröße verfügt.

Individuelle Förderung ist für uns mehr als nur eine wohlfeile Floskel. Fördermaßnahmen müssen die Heterogenität berücksichtigen und dürfen sich nicht auf einzelne Gruppen beschränken. Weil Menschen unterschiedlich sind, kommen Kinder mit den verschiedensten Stärken, Schwächen und Bedürfnissen in die Schulen. Deshalb setzen wir auf die individuelle Förderung, bei der die Unterschiede nicht ausgeklammert werden. Echte Chancengerechtigkeit verlangt passgenaue Förderung vom sonderpädagogischen Förderbedarf bis hin zur Hochbegabung.

Das alles geht nicht mit der Brechstange. Die Realisierung von Inklusion, der Ausbau von Ganztagsangeboten, zusätzliche Sprachkurse und Integration sind wichtige gesellschaftliche Aufgaben, die nur erfüllt werden können, wenn eine entsprechende Ausstattung und ausreichend personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Die hierzu erforderlichen Stellen müssen – anders als zur Zeit – nicht nur auf dem Papier zur Verfügung gestellt, sondern tatsächlich besetzt werden. In Hessen sind trotz gestiegener Lehrerzahlen in den letzten drei Jahren die Rahmenbedingungen nicht besser, sondern schlechter geworden. Lehrerinnen und Lehrer beklagen zu recht, dass sie mit dem stark ausgedehnten Aufgabenspektrum – vor allem mit den überbordenden Verwaltungsaufgaben – allein gelassen wurden. Die von der Politik der gegenwärtigen Landesregierung verursachte permanente Überlastung schadet Allen: Kindern und Jugendlichen mit und ohne besonderen Förderbedarf, Eltern und Lehrkräften. Wir brauchen wieder optimale Lern- und Bildungsbedingungen für alle hessischen Schülerinnen und Schüler sowie zumutbare Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte.

Offene Stellen müssen auch in Zeiten des Fachkräftemangels mit qualifizierten Lehrkräften besetzt werden, um nicht an Qualität zu sparen und sich dadurch an den Kindern und an unserer Zukunft zu versündigen. Freie Demokraten werden die Reform der Lehrerausbildung fortführen, um angehende Lehrerinnen und Lehrer bereits frühzeitig und praxisorientiert im Umgang mit Heterogenität auszubilden und für die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes zu qualifizieren.

Daneben muss die Arbeit mit multiprofessionellen Teams mit Blick auf die veränderten Auf-gaben und die präventiven Ansätze gestärkt und ausgebaut werden. Hessen ist gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen und auch die Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren wie beispielsweise Jugendamt, Betreuungseinrichtungen und Integrationsassistenten zu erleichtern und zu intensivieren.

Unser Ziel „Weltbeste Bildung für jeden“ gilt auch für Menschen mit besonderem Förderbedarf. Wir Freien Demokraten bekennen uns deshalb zu einem flächendeckenden Förderschulangebot auf der einen Seite und zur Verbesserung der Inklusion an Regelschulen auf der anderen Seite. Eine hohe Durchlässigkeit und intensive Kooperation zwischen Förder- und Regelschulen wollen wir sicherstellen und dabei u.a. auch die überregionalen Angebote des Landeswohlfahrtverbandes einbeziehen. Ziel unserer Schulpolitik ist daher nicht eine möglichst hohe Inklusionsquote, sondern die Bereitstellung des individuell besten Förderortes für jedes einzelne Kind.

Die zunehmende bürokratische Belastung der Lehrerinnen und Lehrer muss reduziert wer-den. Statt Kontrollwahn des Kultusministeriums stehen Freie Demokraten für Vertrauen in die Schulen und unsere Lehrerinnen und Lehrer. Zur Bewältigung unvermeidlicher bürokratischer Belastungen wollen wir den Schulen Schulverwaltungsassistenten zur Verfügung stellen, damit sowohl Lehrkräfte wie auch Schulleitungen wieder die Zeit haben, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren und die notwendige individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.