Hessen wird digital: Stadtentwicklung und Verkehr

DigitalisierungInfrastrukturBeschlossen durch: Landesparteitag Wetzlar am 6. April 20196. September 2019

Mit dem wirtschaftlichen Wachstum, neuen Formen der Arbeits- und
Freizeitgestaltung, zunehmendem Onlinehandel, Sharing Economy und höherem
Umweltbewusstsein muss die Nutzung des öffentlichen Raums moderner und
flexibler koordiniert werden. Deswegen fordern wir Freie Demokraten folgendes:

  • Einführung digitaler Formate im Bauwesen. Ermöglichen der Nutzung ganzer
    BIM-Modelle (Building Information Modeling – elektronisches Kataster des
    Baubestands) in der Baugenehmigungsphase und allen weiteren Verfahren
    zwischen Bürger und Verwaltung, digitale Bauakte im
    Baugenehmigungsverfahren und frühzeitige digitale Bürgerbeteiligungsverfahren
    mit Bürgerbefragung in der Bauleitung.
  • Lockerung des Gebots der Funktionstrennung in der Bauleitplanung, um
    Urbanisierungs- und Fühlungseffekte zu ermöglichen. Fühlungseffekte meinen die
    positive Beeinflussung der urbanen Umgebung durch die Ansiedlung von
    innovativen Dienstleistungsfirmen (Silicon Valley Effekt). Wissensbasierte
    Ökonomie – und damit eben auch Digitalisierung – setzt Fühlungseffekte voraus.
  • Frei zugängliche Open-Data-Schnittstellen der Kommunen, ihrer
    Tochterunternehmen und Landesverwaltung und landeseigene Gesellschaften für
    Verkehrs-Daten (Parkraumauslastung, Car- & Bike-Sharing Standorte,
    Straßenauslastung, ÖPNV-Daten usw.). Übergreifende Mobilitäts-Anwendungen
    (Apps) sind so möglich.
  • Planung und Bau innovativer Verkehrsmittel. Automatisierte Verkehrssysteme,
    wie beispielsweise unterirdische Güterverteilsysteme und -schnelltransporte in
    Vakuumröhren, sollen als Zubringer und Entlastung für Verkehrsknotenpunkte
    wie z.B. am Frankfurter Flughafen heute bereits projektiert werden.
  • Einführung eines landesweit mit einer App nutzbaren virtuellen Parkraumsystems
    mit digitalem Parkticket und vernetzter Sensorik.
  • Digitale automatisierte Verwaltung von LKW-Parkplätzen und -häusern für die
    Einhaltung von Ruhezeiten an allen Bundesautobahnen. Förderung von
    Platooning (automatisierte Kolonnenfahrten von LKWs) zur Entlastung von
    Verkehrsflächen im Ballungsgebiet.