Schwimmfähigkeit der Kinder gewährleisten und Hallen- sowie Freibäder erhalten
Dem Schwimmenlernen muss ein höherer Stellenwert beigemessen werden, als dies aktuell der Fall ist. Beim Schwimmen handelt es sich um eine elementare Fertigkeit, die besonders für das Überleben am und auf dem Wasser wichtig ist, gerade vor dem Hintergrund, dass die Zahlen der Sterbefälle durch Ertrinkungsunfälle in den letzten Jahren gestiegen sind. Es muss gewährleistet werden, dass möglichst jedes Kind in Hessen schwimmen lernt. Deshalb fordert die FDP Hessen, auf die Schließung von Schwimmbädern zu verzichten und unterstützt die Weiterführung des Fünf-Jahres-Programms SWIMMPlus, das Zuschüsse des Landes für die Sanierung und den Neubau von Schwimmbädern vorsieht. Auch aus dem Sondervermögen des Bundes sollen Mittel dafür vorgesehen werden.
Darüber hinaus sieht die FDP Hessen das Land in der Verantwortung, dass die Vorgabe, dass jedes Kind am Ende der Grundschulzeit schwimmen können soll, auch erfüllt werden kann. Die hierfür notwendigen Kapazitäten im Schul- und Vereinsschwimmen müssen gewährleistet werden. Bereits im Jahre 2017 lag der Anteil der Nichtschwimmer am Ende der Grundschulzeit bei 60 %. Dieser Anteil ist während der Corona-Pandemie durch die Schließung der Bäder auf bis zu 75 % gestiegen. Auch dadurch erklärt sich die in den zurückliegenden Sommermonaten zu beobachtende massive Häufung der Meldungen über Ertrunkene an Badeseen und Flüssen.
Deshalb muss das vom Land Hessen in Verbindung mit der DLRG und dem Hessischen Schwimmverband e. V. aufgelegte Programm „Hessen lernt Schwimmen“ unbedingt weitergeführt werden. Es ermöglicht kostenlose Schwimmkurse, damit auch Kindern von einkommensschwächeren Eltern und Alleinerziehenden die Teilnahme ermöglicht wird.
Die FDP Hessen fordert weiterhin, dass das Land Hessen die hessischen Kommunen gezielt finanziell dabei unterstützt, ab den nächsten Sommerferien in den hessischen Freibädern jeweils 2 Wochen und 5-mal in der Woche den Kindern der Grundschulklassen ein Sommer-Schwimm-Camp anzubieten mit dem Ziel, dass die teilnehmenden Kinder am Ende das Schwimmabzeichen in Bronze, mindestens jedoch das „Seepferdchen“ erwerben können. Die finanzielle Unterstützung des Landes soll dabei primär für die Ausbildung neuer Übungsleiter/innen sowie für Aufwandsentschädigungen für Kooperationspartner wie z. B. DLRG, Schwimmvereine und Sportlehrer/innen eingesetzt werden. Der Teilnehmerkreis soll möglichst auch die Nichtschwimmerjahrgänge der Coronajahre 2020 und 2021 umfassen.
Darüber hinaus fordert die FDP Hessen, dass das Land die Kommunen auch bei der laufenden Unterhaltung von Schwimmbädern/Betriebskosten finanziell unterstützt.
Außerdem fordert die FDP Hessen, dass bei der Novellierung des kommunalen Finanzausgleichs (KFA) diejenigen Kommunen, die Freibäder und Hallenbäder haben, höhere Zuwendungen erhalten.
Ferner sollten Schwimm- und Hallenbäder als Lehranstalten deklariert werden, damit der Schwimmunterricht nicht als freiwillige Aufgabe angesehen werden kann. Dadurch handelt es sich um eine Pflichtaufgabe, für die Zuschüsse nicht gestrichen werden können.
