DR. RUPPERT: Juden müssen sich ohne Angst im öffentlichen Raum zu ihrem Glauben bekennen können

17. September 2018

Wiesbaden – Anlässlich des antisemitischen Angriffs auf einen jungen Juden in Frankfurt erklärt der Vorsitzende der FDP Hessen und religionspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag, Dr. Stefan RUPPERT: „Nach dem Angriff auf ein koscheres Restaurant in Chemnitz vor wenigen Wochen belegt auch die Attacke auf den jüdischen Mitbürger in Frankfurt am Wochenende, dass sich derartige antisemitische Vorfälle mehren und das Vorgehen der Täter immer aggressiver wird. Diese Auswüchse der Judenfeindlichkeit müssen der Politik eine Mahnung sein, alles in ihrer Macht stehende dafür zu tun, dass sich Juden ohne Angst im öffentlichen Raum zu ihrem Glauben bekennen können. Zum einen gilt es, Straftaten konsequent zu verfolgen und zu bestrafen. Zum anderen ist aber vor allem Bildung, Prävention und Aufklärung notwendig, um das Problem des Judenhasses an der Wurzel zu packen.

Der Vorfall in Frankfurt ist zudem ein eindringlicher Appell an jedes Mitglied unserer Gesellschaft, sich mutig und engagiert judenfeindlichen Tendenzen entgegenzustellen. Der Beschluss des Hessischen Städtetages, dem wachsenden Antisemitismus geschlossen entgegenzutreten, sowie Schaffung des Amts des Hessischen Antisemitismus-Beauftragten waren zweifelsohne wichtige Schritte. Zugleich wäre es jedoch naiv zu glauben, dass sich auf diese Weise alleine und kurzfristig dieses vielschichtige Problem lösen wird. Wer nach Methoden der Bekämpfung des Antisemitismus sucht, der sollte nicht zuletzt den wertvollen Beitrag der Mitglieder der jüdischen Gemeinden und der jüdischen Zivilgesellschaft für das Gelingen des Gemeinwesens in Frankfurt und Deutschland herausstellen.“