Interkulturellen Dialog fördern

16. November 2015

Über die Arbeit der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung e. V. informierte sich der Landesvorsitzende Dr. Stefan Ruppert im Gespräch mit ihrem Vorsitzenden Dr. Yasar Bilgin in Gießen.1988 mit der Intention gegründet, die Gesundheitslage der türkischen Migranten in Deutschland zu verbessern, ist die Stiftung heute mit zahlreichen Projekten in den Bereichen Integration, Forschung und Gesundheit aktiv. Zudem fördert sie die Ausbildung von türkischen Ärzten in Deutschland uns führt bilaterale Kongresse zum Erfahrungsaustausch durch. „Ich bin beeindruckt, mit welch großem Engagement sich die Stiftung für die Förderung des interkulturellen Dialogs einsetzt. Mit umfassenden Betreuungsangeboten wie etwa in den über 40 Kindergärten mit interkultureller Bildung leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Integration“, so Ruppert.

Das Gespräch, dem neben dem Gießener FDP-Ortsvorsitzenden Frank Schulze auch Stiftungsmitglied Dr. med. Klaus Sinterhauf beiwohnte, begann nachdenklich, als ethische Fragen aus Dr. Bilgins beruflichem Alltag als Arzt thematisiert wurden. Auch die aktuelle Diskussion um die Sterbehilfe wurde aufgegriffen. Diskutiert wurde auch die Notwendigkeit von interkultureller Arbeit in den Parteien vor dem Hintergrund des enormen Wählerpotentials türkischer Migranten in Deutschland. Dr. Bilgin zeigte sich verwundert, dass die Wahlbeteiligung unter türkischen Migranten bei Wahlen in der Türkei regelmäßig höher sei als bei Wahlen in der Bundesrepublik, obwohl in ganz Hessen nur ein einziges Wahllokal geöffnet sei. Hier seien die Parteien gefordert, stärker auf die türkische Gemeinde zuzugehen und sie gezielt anzusprechen. So müssten wunderbare integrationspolitische Errungenschaften wie die Einführung des Islamunterrichts an hessischen Schulen durch die hessische FDP noch besser kommuniziert werden.

Um mit ihren politischen Botschaften besser durchzudringen, müsse es der FDP gelingen, sich diesem Milieu über das Anwerben gut vernetzter und angesehener Repräsentanten noch stärker zu öffnen. „Unterschätzen Sie das riesige Wählerpotential nicht“, riet Dr. Bilgin den FDP-Vertretern und empfahl ihnen den Ausbau der „interkulturellen Arbeit“. Ruppert nahm diesen Ratschlag mit Interesse auf und erklärte, dass Besuche wie diese dazu beitragen sollen, die Sorgen und Wünsche der Migranten besser zu verstehen. „Der Besuch bei der Türkisch-Deutschen-Gesundheitsstiftung hat mir wieder einmal vor Augen geführt, dass Integration ein langwieriger, mitunter auch schwieriger Prozess ist, der für das friedliche Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft von größter Bedeutung ist.  Ich freue mich auf weitere Begegnungen mit türkischen Migranten, die sich in vielfältiger Weise in unsere Gesellschaft einbringen. Sie sind die besten Botschafter für das Gelingen der Integration“, so Ruppert.