Neumitglied des Monats

19. Oktober 2017

Udo Sommerer: Bildung behebt die Ursache sozialer Ungleichheit

Die FDP ist zurück im Deutschen Bundestag. Einer, der immer daran geglaubt hat, ist Udo Sommerer aus Kriftel, den wir heute als Neumitglied des Monats vorstellen. Der ehemalige Vorstand eines mittelständischen Bauzulieferers steht symbolisch für die vielen Menschen, die in diesem Jahr aus innerer Überzeugung einer Partei beigetreten sind, die mit einem zweistelligen Bundestagswahlergebnis ein lange Zeit nicht für möglich gehaltenes Comeback gefeiert hat.

Der 61-Jährige hat sich in der Vergangenheit stark in der betriebsinternen Fort- und Weiterbildung engagiert, weil für ihn Freiheit, Verantwortung und soziales Engagement zusammengehören. Neben dem Interesse für Politik gehören Reisen, Inlineskaten (Teilnahme Berlin-Marathon) und Tauchen zu seinen Hobbies. Der gebürtige Franke ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, denen er eine international ausgerichtete Bildung ermöglicht hat. In Anbetracht seiner persönlichen Prioritäten eine Selbstverständlichkeit, wie er sagt.

4 Fragen an Udo Sommerer

1) Warum sind Sie in die FDP eingetreten?

Weil ich eine politische Heimat gesucht habe, in der fairer Wettbewerb und Freiheit von Gängelung propagiert wird. Die Rolle des Staates muss wieder auf das Wesentliche zurückgestutzt werden. Politiker können, anders als sie glauben, nicht besser mit Geld umgehen. In der Finanzkrise waren hauptsächlich Banken betroffen, in deren Aufsichtsräten Politiker das Sagen hatten. Zudem ist Bildungspolitik ein wichtiges Thema für mich.

2) Was wollen Sie in der FDP bewegen? Wie wollen Sie sich ggf. einbringen?

Ich möchte dazu beitragen, dass Bildung als DAS wesentliche Mittel der Sozialpolitik gesehen wird. Während Sozialtransfers häufig nur an den Symptomen herumdoktern, behebt Bildung die Ursache sozialer Ungleichheit. Die duale Ausbildung ist das beste Beispiel. Insbesondere das Handwerk leistet eine immense Integrationsarbeit, um bildungsschwächere Jugendliche und Migranten zu integrieren. Als Vorstand eines mittelständischen Bauzulieferers habe ich erkannt, wie wichtig Bildung für dieses Land und seine Unternehmen ist. Das gilt nicht nur für die Eliteausbildung, sondern ebenso für die Ausbildung an Haupt- und Realschulen. Wenn zwei Drittel der Hauptschulabsolventen sich auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht behaupten können, läuft etwas falsch. Ich habe daraufhin Kooperationen mit einer Haupt- und einer Realschule gestartet.

3) Was ist aktuell die größte politische Herausforderung?

Dem Rechtsstaat wieder Geltung zu verschaffen. Rechtsfreie Räume darf es nicht geben. Es kann nicht immer nach härteren Gesetzen gerufen werden, wenn die derzeitigen Rechtsnormen nicht durchgesetzt werden.

4) Wer ist Ihr politisches Vorbild?

Staatsmänner wie Hans-Dietrich Genscher und Walter Scheel. Politiker dieses Formats sind heute kaum mehr zu finden. Persönlichkeiten, die ihren Weg gehen, ohne populistischen Strömungen zu folgen.