ÖPNV soll Zusammenwachsen der Metropolregion Rhein-Main unterstützen

1. Dezember 2016

Nahverkehr stärken, Tarifsprünge abschaffen, faires Preissystem schaffen

Die besondere Attraktivität der Region und ihre unaufhaltsame Verdichtung führen zu einem starken Verkehrswachstum: Dieses kann durch den Individualverkehr nicht mehr aufgefangen werden. Zu dieser Erkenntnis kommen die FDP-Fraktionen in und rund um Frankfurt. In einer gemeinsamen Initiative setzen sie sich daher kurzfristig für eine gerechtere Preisgestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und langfristig für eine bessere Infrastruktur ein.

„Die aktuellen Tarifsprünge zwischen Frankfurt und dem Umland trennen die Region“, erklären die Vorsitzenden der FDP-Fraktionen Annette Rinn (Frankfurt), Peter Heidt (Wetterau), Kolja Saß (Main-Kinzig), Michael Schüssler (Kreis Offenbach), Dirk Westedt (Main-Taunus), Peter Engemann (Groß-Gerau), Dr. Stefan Naas (Hochtaunus) und Oliver Stirböck (Offenbach).

Gerade angesichts des zunehmenden Wachstums des Ballungsraums und der Wohnungsknappheit in dessen Kernbereichen sei das derzeitige Preissystem des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) unpassend. Als Beispiel führen die Freien Demokraten an, dass eine Fahrt vom Hanauer Westbahnhof an die Stadtgrenze Frankfurts (Mainkur) drei Euro kostet. Die Fahrt eine Station weiter zum Frankfurter Ostbahnhof schlage mit 8,25 Euro zu Buche. Die Tarifgrenzen müssten daher fallen, wenn das Frankfurter Umland immer mehr Neubürger aufnehmen solle.

Erforderlich sei eine Tarifstruktur, die sich an der Fahrtstrecke orientiere, nicht an Stadtgrenzen. Dazu wollen die Freien Demokraten den aktuellen streckenabhängige Testtarif RMV-Smart modifiziert und in einen langfristigen Tarif umgewandelt sehen. Langstreckenfahrten müssten aber bezahlbar bleiben.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund gehöre derzeit ohnehin zu den teuersten der deutschen Verkehrsverbünde. Dies gelte auch, wenn man den Streckenumfang berücksichtigt. So koste eine Tageskarte für das Berliner Tarifgebiet ABC (Tarifzone Berlin/Potsdam Umland) 7,60 Euro und diejenige für das Münchner Tarifgebiet 12,60 Euro. Für das kleinere Tarifgebiet des RMV zahlten die Kunden am Tag jedoch 29,70 Euro. Auch beim Einzelfahrschein und der Monatskarte biete sich das gleiche Bild. Dies gelte entsprechend auch für den Vergleich mit den Tarifgebieten München, Stuttgart, Hamburg und sogar dem Ruhrgebiet. Daher müssten die Strukturen des RMV insgesamt auf den Prüfstand.

Die Fraktionen sehen zudem bei Finanzierung des Landes eine Benachteiligung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes gegenüber dem Nordhessischen Verkehrsverbund. „Hier sind Gespräche mit dem Land Hessen erforderlich, um auch für die Bürger des Rhein-Main-Gebietes eine faire Preisstruktur zu schaffen“, erklären die Fraktionsvorsitzenden. Der ÖPNV solle das Zusammenwachsen der Region unterstützen.